Tagesberichte 2020

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Donnerstag, 30. April 2020
Zum Glück für Natur und Tier endete letztes Wochenende die lange Trockenphase. Ein Segen für die im EHB-Teich verbliebenen Amphibien, endlich passen die für sie überlebenswichtigen Wetterbedingungen. Der bedenklich tiefe Wasserstand des EHB-Tümpels ist hoffentlich so gewollt.
74 Tiere setzten wir zwischen Sonntag und Dienstag sicher im Wald aus. Kaum Verkehr an der Kirchlindachstrasse erlebt man selten – trotzdem verloren 4 Tiere ihr Leben.    
In den letzten Wochen beschäftigten wir uns mit zahlreichen Rückfragen und Reklamationen betreffend Schutzzaun um den neuen Teich im Wald. Also erstellten wir eine Informationstafel und stellten diese direkt am Gewässer auf – einerseits als Information für Besucher und anderseits als Massnahmenbegründung. 
Die Hilfsbereitschaft der Bewohner/-innen von und um Zollikofen war auch dieses Jahr gross, vielen herzlichen Dank!! Dank dieser wertvollen Unterstützung überlebten im 2020 genau 801 Amphibien die Wanderschaft zu den Laichgewässern und von diesen zurück in den Wald. Ein Riesenerfolg würd ich sagen, denn allein die Baustelle Schäferei war herausfordernd – konnten wir dank der  Hilfsbereitschaft der Marti AG ziemlich elegant lösen. Die Waldrodung während der Amphibienwanderzeit versetzte uns jedoch einen unvorhersehbaren Tiefschlag. Unzählige Tiere verloren durch diese für mich unverständliche Aktion ihr Leben. Ich war kurz davor, aufzugeben. 
Die Worte meiner Frau, selber eine sehr aktive Tierschützerin (auch Lebewesen mit vier Beinen, jedoch mit Fell und Klingelton „Wuff, Wuff“ anstelle „Quack, Quack“) machten mir Mut: „Wären Organisationen wie Greenpeace, WWF, Sea Shepherd, etc. heute da wo sie sind, wenn Rückschläge sie umgehend in die Knie gezwungen hätten?“ Also aufstehen, Krone richten und weiter im Takt. Die Kernaussage überzeugte, auch wenn wir „Fröschler“ in einer ganz anderen Liga spielen.
Es freut mich umso mehr, die turbulente Amphibienwanderung Zollikofen 2020 trotz allem sehr erfolgreich abzuschliessen. Total 801 Tiere überlebten dank den Fröschli-Retter Zollikofen! Deutlich mehr als letztes Jahr!!! Die Tiere, die direkt im neuen Teich ihren Laich ablegten, sind nicht eingerechnet. 
Für mich Grund genug, den Fröschli, Chrötli und Möuchli auch nächstes Jahr zu helfen, die gefährliche Wanderung in die Laichgewässer zu überleben. Wäre natürlich schön, möglichst viele der freiwilligen Helfer/-innen spätestens nächsten Frühling wieder zu treffen – dann hoffentlich ohne Corona. 
Nochmals merci viu viu mau allen Mutzusprechern, Kommentarabgebern, Unterstützern, Ratgebern und Helfern, bleibt bitte gesund und bis bald
Pädu   
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Sonntag, 5. April 2020

Deutlich lebhafter erlebten Jacqueline und ich den EHB-Teich heute Abend - sehr schön - entlang des Ufers zeigten sich zahlreiche Amphibien - Sehr schön, ist also doch noch nicht vorbei. Wanderlust aufgrund der Trockenheit jedoch sehr bescheiden - kurz vor der Heimfahrt tatsächlich noch ein Krötenboy auf der Rückreise erwischt... immerhin :-). Entscheiden über den weiteren Verlauf wird der nächste Regen - vorher sind keine Einsätze geplant. Der Schutzzaun entlang des Waldrandes hat seine Aufgabe auch dieses Jahr erfüllt - vielen Dank an die Mitarbeiter/-innen der Gemeinde Zollikofen. Er könnte bei passender Gelegenheit abgebaut werden... Merci!
Dienstag, 24. März bis Samstag, 4. April 2020
In den letzten zwei Wochen blieb es an der Fröschli-Front nicht ganz unerwartet (Kälte) ruhig - nicht so im Hintergrund. Für den mehr als unglücklich terminierten Holzschlag schrieb der Vorstand des NVM (Erich Lang, Dr. Thomas Scheurer) das Amt für Wald und Naturgefahren AWN an. Auf die Rückmeldung sind wir gespannt.
Mit Unterstützung von Manu haben Rene und ich Hinweistafeln verfasst, ausgedruckt, laminiert und am neuen Teich im Wald angebracht - zugegeben nicht sehr fachmännisch. Wir hoffen, die Besucher(-innen) verstehen nun, warum der Teich abgesperrt wurde. Den Informationstext sowie das leicht verständliche Bild sind bereits online (Impressionen). Scannt man den im Infoblatt unten rechts stehenden QR-Code mit der Handy-Kamera gelangt man direkt auf unsere Website - ist doch putzig ;-).
Am Teich EHB war es heute ruhig, ebenso im Wald. Konnte kein einziges Tier entdecken. Schauen wir, was heute Abend passiert. Das Saison-Ende käme schon etwas früh.
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Montag, 23. März 2020
Nicht ganz unerwartet riss die provisorische "Absperrung" am Waldteich bereits nach einem halben Tag. Rene organisierte zweckmässiges Material - welches wir heute Abend montierten. Hübsch sieht's nicht aus, war auch nicht das primäre Ziel. Einen möglichst sicheren Lebensraum für Amphibien und allen anderen am/im Wasser lebenden Tieren zu schaffen - das war die Mission. Das wissen aber offensichtlich sehr viele Besucher nicht. Ein nach bestem Wissen und Gewissen erstelltes "Hinweisschild" bringen wir noch diese Woche an - für andere Ideen oder Massnahmen sind wir selbstverständlich offen. Handeln müssen wir jetzt, in einer Woche ist es zu spät! 
Samstag und Sonntag, 21./22. März 2020
Kälte und Amphibien nix gut - am Samstag lediglich 2 Krötenjungs und zwei Molche erwischt. Die Biese und tiefere Temperaturen stoppen jegliche Wanderlust. Beim Spaziergang mit den Hunden fielen meiner Götter-Gemahlin Pfützen mit Kaulquappen und Froschlaich entlang des Lyssbachs (zwischen Münchenbuchsee und Schüpfen) auf. Mais non, sowas darf man mir doch nicht erzählen. Die prognostizierten Minus-Temperaturen würden die hilflosen jungen Tiere niemals überleben. Also bewaffnete ich mich mit zwei Eimern, fuhr los und sammelte ein, was eingesammelt werden konnte. Glaubt mir, Autofahren mit zwei vollen Eimern ist echt nicht einfach. Irgendwie erreichte ich, ohne Überschwappverluste, unseren Teich im Wald und setzte die ehemaligen Pfützen-Bewohner aus. Die Überlebenschance der geschätzten 300 kleinwüchsigen Frösche sollte nun deutlich höher sein. Unser Teich im Wald ist schliesslich eine Oase des Friedens - so dache ich mindestens.
Noch vor zwei Tagen genossen Jacqueline und ich beim Aussetzen von Krötchen und Fröschen das rege Treiben unzähliger Tiere - Laichschnüre von Kröten und Laichballen von Fröschen soweit das Auge reichte. Heute Nachmittag leider nicht mehr. Unsere ausgesetzten Äste wurden aus dem Gewässer entfernt, mit ihnen ein grosser Teil des daran angebundenen Laichs. Was zum Teufel stimmt nicht mit den Menschen, die unseren Teich besuchen? Wer verflucht nochmal hat nichts besseres zu tun, als im Wald all unsere Bemühungen zunichte zu machen? Unwissenheit ist ein mögliches Argument - klar - aus diesem Grund zogen Rene und ich heute Abend einen provisorischen Zaun um das gesamte Gewässer (nicht wirklich professionell, zugegeben - Bilder siehe Impressionen). Morgen Montag werden wir zudem Hinweistafeln anzubringen, in der Hoffnung, eine gewisse Sensibilität zu fördern. Sollte dies auch nicht fruchten, legen wir Tret- und Landminen aus... ;-). Nein, das tun wir natürlich nicht. Ein hübsch geladener Elektrozaun wäre absolut ausreichend.
Nein, auch das nicht, aber ich hoffe ihr könnt verstehen, dass es unglaublich frustrierend ist, wenn stundenlange Planung, Organisation und Koordination sowie freiwilliges finanzielles und zeitliches Engagement dermassen mit Füssen getreten wird.  
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Freitag, 20. März 2020
Zuerst ein herzliches "Merci" an die zahlreichen Fröschliretter/-innen von heute Abend! 108 Amphibien verdanken euch ihr Leben, denn die Kirchlindachstrasse schien mir extrem befahren zu sein.
Meine Frau hat mich nach der Aktion, zugegeben dieses eine Mal zurecht ;-), auf einige Missstände hingewiesen. Die aufgrund der aktuellen Situation unbedingt einzuhaltende physische Distanz hielt ich nicht immer ein. Das muss ich in Zukunft - Aufregung hin oder her - unbedingt vermeiden. Achtet bitte unbedingt auch untereinander darauf, wir schützen Tiere - aber auch uns! 
Zurück zur Mission:  
Per gestern Abend ergibt sich folgende Zwischenbilanz, welche aufgrund der Erweiterung des Zuggebietes (Einbezug Aegelseeweg) einem Vergleich mit Vorjahreszahlen nicht mehr so ganz standhält.
  • Gerettete Frösche: 5 Tiere
  • Gerettete Molche: 37 Tiere
  • Gerettete Erdkrötchen: 671 Tiere
  • Gerettete Amphibien total: 713 Tiere
Ein fürstlicher Zwischenstand, denn neben der Schäferei-Baustelle, die bei unseren Einsätzen bereits eingeplant ist, wurde mit der m.E. unnötigen Waldrandrodung (der Zeitpunkt war echt Scheisse) entlang der Kirchlindachstrasse ein vernichtender Eingriff vorgenommen. Unzählige Tiere verloren an diesen zwei Tagen unnötig ihr Leben. Erquicklich stellte sich dieses Jahr heraus, dass der neue Teich im Wald alle Erwartungen weitaus übertroffen hat. In so kurzer Zeit entstand für zahlreiche Tierarten eine neue Heimat. Wunderschön, eine solche Entwicklung direkt beobachten zu können. Würde an dieser Stelle gerne einen positiven Schlusspunkt setzen. Leider gibt es noch einen Punkt, den ich loswerden möchte.  
Aus diversen Quellen habe ich erfahren, dass Familien mit ihren Kindern den Teich besuchen. Den Gedanken, Kindern die Wunder der Natur direkt zu zeigen finde ich sensationell und absolut weitsichtig.
Aber bitte mit Respekt gegenüber der im Teich lebenden Tiere! Das Gewässer entstand, um gefährdeten Tieren einen neuen Lebensraum zu bieten - und definitiv nicht als Spielplatz. Äste im Tümpel dienen als Laichplätze, ein Lagerfeuer am Teich zu zünden ist zwar romantisch, zerstört aber die Plastikfolie, die das Wasser zurückhält. Und Steine in den stark belebten Weiher zu werfen ist einfach nur dumm - zumal betroffene Familien freundlich aufgeklärt wurden und ihr Kind fröhlich weitermachte. An dieser Stelle könnte ich mir vorstellen, temporär die Erziehung zu übernehmen.
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Donnerstag, 19. März 2020
Oje, nur zu dritt - zu Glück aber trotzdem keine Verkehrsopfer und 17 neue Bewohner im neuen Teich. Setzt der versprochene Regen morgen tatsächlich ein, rechnen wir mit deutlich höherer Amphibien-Aktivität. Den erforderlichen Sicherheitsabstand bei unserer Aktivität einzuhalten ist relativ einfach. Das Zugsgebiet der Frösche, Erdkröten und Molche ist definitiv gross genug. Wir freuen uns über jede Unterstützung.
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Dienstag und Mittwoch, 17./18. März 2020
Trotz der angespannten Corona-Situation stehen wir jeden Abend an der Kirchlindachstrasse. Unsere Aktion lässt nicht zu, dass wir gemütlich zusammenstehen. Die geforderte Mensch-Mensch-Distanz praktizieren wir eigentlich schon seit Jahren. Wer also seine neu gewonnene Zeit sinnvoll gestalten möchte - bei uns ist dies risikolos möglich ;-) - sogar verbunden mit einer guten Tat. Die schöne Rettungsbilanz der letzten zwei Tage: 
Dienstag: 22 Amphibien, kein einziges Opfer - jedoch bereits die ersten Tiere, die zurück in den Wald wollten
Mittwoch: 29 Amphibien, kein einziges Opfer
Am Freitag und Samstag sind Niederschläge möglich - was zu erhöhter Wanderlust führen würde. Sollte dem so sein würden wir uns um jede zusätzliche Hilfe freuen - jede/-r zusätzliche Retter würde dazu beitragen, die Anzahl der Verkehrsopfer zu reduzieren. Merci viu mau!
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Montag, 16. März 2020
Elf Rettern gelang es heute Abend, erstmals war auch mein Götti-Junge Phippu dabei, weitere 37 Amphibien sicher in Laichgewässern auszusetzen - dies ohne ein einziges Verkehrsopfer. Diese kleinen Glücksmomente sollten wir ganz speziell geniessen - aktuell sind die eher rar. 
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Sonntag, 15. März 2020
Mit total 18 Krötenjungs, 11 Krötenmädels und zwei weiblichen Bergmolchen endete der heutige Einsatz. Nur vier Tiere davon aus dem Zugsgebiet der Kirchlindachstrasse. Alle anderen retteten Chantal, ihre Kinder und Bill am Aegelseeweg, welchen sie jeden Abend äusserst erfolgreich überwachen. Super gemacht, danke!
Zwei Krötenjungs und ein Mädel setzten Sylvia und Syria im EHB-Teich aus, die restlichen wohnen seit heute Abend im wunderbar belebten Teich im Wald. Merci Rene, HeidiHo, Claudia, Sylvia und Syria für eure Hilfe!
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Samstag, 14. März 2020
Ein Königreich für positive Nachrichten - können wir ohne zu lügen bieten - letzte Tage temporär ausgeblendet. Ein weibliches Erdkrötchen an der Kirchlindachstrasse, zehn am Aegelseeweg, begleitet von vierzehn strammen Jungs. Drei männliche und zwei weibliche Bergmolche. 30 gerettete Tiere und 0 Opfer - ein guter Abend. Den Entscheid, die Amphibien im neuen Wald-Teich auszusetzen, bereuten wir keine Sekunde, denn im Schein unserer Taschenlampen erkannten wir, das eingetroffen ist, was wir uns so sehr wünschten.
Unzählige Lebewesen fanden, mit und ohne unser Zutun, einen neuen Lebensraum mitten im Wald. Die in den Teich geworfenen Äste sehen in der Tat nicht sehr hübsch aus - erfüllen aber voll und ganz ihren Zweck.
Wo sonst hätten die Erdkröten ihre Laichschnüre anbringen sollen? In den Impressionen habe ich einige Photos (sozusagen als Beweisstück) hochgeladen. Wir sind ganz bestimmt auf dem richtigen Weg, den Tieren das Überleben im Wald zu ermöglichen.
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Freitag, 13. März 2020
Zum Glück sind wir nicht alleine. Das rücksichtslose Verhalten wurde wahrgenommen. Der NVM (Natur- und Vogelschutz Münchenbuchsee und Umgebung) hat sofort reagiert, ebenfalls die Gemeinde Zollikofen (merci Sämu) hat zugesichert, den Schutzzaun so schnell wie möglich wieder aufzubauen - was auch souverän vollzogen wurde. Leider trat ein was zu befürchten war - kein einziges Tier entlang der Kirchlindachstrasse.
Tja, diese Scheiss-Aktion wäre meines Erachtens wirklich nicht nötig gewesen - ist aber passiert - daran können wir nun nix mehr ändern. Wäre schön, würden die zahlreichen Rückmeldungen einen kleinen Teil dazu beitragen, solch einschneidende Entscheide in Zukunft etwas überlegter zu fällen. Zurück zu unserer eigentlichen Mission: 
Am Donnerstag gelang es trotzdem, 129 Tiere zu retten! Im Teich der EHB setzten wir 53 Erdkröten aus, treue Helfer/-innen am Aegelseeweg stellten sicher, dass weitere 76 Amphibien sicher ihre Laich-Gewässer erreichten.  Am Freitag erreichten weitere 35 Tiere gesund ihr Ziel, 20 davon im neuen Wald-Teich.
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Mittwoch, 11. März 2020

Zuerst ein riesengrosses Merci an die zahlreichen Retter/-innen heute Abend. Dank eurer Hilfe überlebten am Ende des Tages 101 Tiere, ein ganz tolles Ergebnis. Leider verloren auch zwei Kröten ihr Leben auf der Strasse. 
Gerechnet hätten wir eigentlich mit deutlich mehr Tieren, denn Temperatur und Luftfeuchtigkeit waren optimal. Bei der Begehung des Zuggebietes am Waldrand stockte uns der Atem. Das gesamte Zugsgebiet entlang des entfernten Schutzzauns ist komplett zerstört, platt-gewalzt durch Bagger und gefällten Baumstämmen. Das Gebiet ist nicht mehr zu erkennen. Wie viele Tiere bei dieser glorreichen Aktion ihr Leben liessen mag ich nicht mal schätzen. Wer mich kennt weiss, dass Adjektive wie "ruhig, friedliebend und streit-aus-dem-weg-gehend" ziemlich gut zu mir passen. Heute möchte ich ein neues hinzufügen.
Aber erst zurück zum momentanen Gemütszustand - der ist nicht schön, dies vorweg.
Kinder unter 16 Jahren bitte nicht mehr weiterlesen.
Ich weiss wirklich nicht, was genau die Mission dieser Kantons-Idioten war - die komplette Zerstörung des Waldrandes, welchen wir während Tagen möglichst kinderfreundlich bearbeitet haben! Stachlige Brombeersträuche stundenlang geschnitten, Laub entfernt, Lücken des Schutzzauns mit Steinen und Erde gefüllt. Wir waren verdammt noch mal bereit für die bevorstehende Amphibienwanderung. Die verfluchte Überbauung Schäferei ist bereits hässlich herausfordernd - und nun, sozusagen als Sahne-Häubchen, pflügen irgendwelche Helden das einzige Rückzugsgebiet, dass die Tiere noch hatten, auch noch vollständig durch.
Danke auch. Möglich, dass diese organisierte Zerstörung notwendig ist, ich bin kein Förster, aber viel beschissener hätte der Zeitpunkt wirklich nicht gewählt werden können.
Dienstag, 10. März 2020
Montag war ein Reinfall - ohne ein einziges Tier brachen Jacqueline und ich die Aktion ab. Zu kalt. Drei  gerettete Krötenjungs coronarierten (ziemlich neues Adjektiv) den heutigen Abendeinsatz von Elisabeth, Brigitte, Rene und mir. Wir gehen davon aus, dass mit steigenden Temperaturen auch die Wanderlust zunehmen wird. Leider wird am Mittwoch der Schutzzaun bis und mit Freitag entfernt, damit der vom Kanton beauftragte Holzschlag vorgenommen werden kann. Ein etwas unglücklicher Zeitpunkt - noch unglücklicher ist jedoch meine E-Mail-Inbox-Bearbeitung, denn Sämi hätte mich bereits am Freitag darauf hingewiesen. Mein Fehler, sorry. In den nächsten drei Tagen stehen wir somit vor grossen Herausforderungen - sofern die Prognosen stimmen, wären wir um jede Hilfe dankbar.
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Sonntag, 8. März 2020
Kurzer Wochenrückblick: Am Donnerstag gelang Jacqueline und Brigitte, 11 Tiere sicher über die Strasse zu bringen - super! Die weiter sinkenden Temperaturen sorgten freitags für endgültigen Wanderstillstand - trotzdem danke Jacqueline, Heidi-Ho und Rene!
Den Samstag nutzte ich, um weitere Äste im "Waldteich" anzubringen. Etwas verwirrt entdeckte ich beim Sammeln geeigneter Äste Froschlaich auf einem Baumstumpf. Nanü? Und dies in der Nähe des Teiches?
Unter Impressionen seht ihr ein Bild davon.
Lies mir keine Ruhe, was soll das? Eine Art "Opferaltar" um Feinde vom Teich fernzuhalten? Nachforschungen im Internet ergaben diverse Erklärungen:  

Variante a) Das Froschweibchen konnte den Laich nicht mehr halten. Aber warum kletterte sie dazu auf einen erhöhten Standort? Die Chance auf Feuchtigkeit sinkt gegen Null. 
Variante b) Das Froschweibchen wurde gefressen, nicht jedoch der Laich.
hmm, könnte sein, plausibler als Erklärung "a", obschon ich dachte, der Froschlaich gelte als "Delikatesse" - mindestens bei Enten und Molchen.
Einige weitere Erklärungen schienen mir doch etwas sehr abstrakt. Ich entschied mich, den ziemlich unsachgemäss angebrachten Laich in unseren Teich zu überführen; in der Hoffnung, durch diese Aktion nicht den Zorn der Götter auf mich zu ziehen. Denn die Variante "Opferaltar" schliess ich nicht aus ;-).
Brigitte rettete am Abend ein Krötenpaar aus einem Eimer ohne Deckel...das war knapp. Aber Grund genug, sämtliche "Deckellosen" mit Laub zu füllen - sicher ist sicher.  
Heute Sonntag leider ein Verkehrsopfer - aber zwei Krötenjungs gerettet. Ruhig ab 20:30 Uhr, Heidi und ich brachen ab. 
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Sonntag, 1. März 2020
An der Fröschlifront hat sich erst gegen Ende der Woche wieder was getan. Die heftigen Niederschläge am Samstag lösten vielerorts die Wanderschaft aus.
Evi sperrte erstmals die Laupenackerstrasse, im Hirzenfeld ebenfalls erste Aktivität festgestellt und an der Kirchlindachstrasse / Aegelseeweg konnten 14 Tiere gerettet werden.
Merci Evi, Rene, Chantal und Tochter! Am Sonntag besuchte Michelle den neuen Teich im Wald - die unglaublichen Bilder lege ich bei (siehe Impressionen). Scheint den Fröschen ziemlich zu gefallen. Nun ist auch eindeutig bewiesen, dass grosse Äste mit möglichst vielen Vergabelungen in den Teich zu legen nicht unbedingt die dümmste Idee war. Wir werden weitere auslegen, denn wie sonst wollen Kröten ihre Laichschnüre anbringen? Natürliche Wasserpflanzen sind noch keine gewachsen.
Am Sonntag kontrollierten Michelle und Anita - leider nur zwei weitere Verkehrsopfer entdeckt. Blitz, Donner und Hagel würde auch mir die Wanderlust nehmen. Die nächsten Tage sehen bis jetzt nicht vielversprechend aus - halten euch per E-Mail, HomePage und WU-Chat auf dem Laufenden.

 

Dienstag, 25. Februar 2020
Wind und deutlich kühlere Temperaturen kamen uns nicht ungelegen. Mit Jacqueline und Rene wären wir nicht in der Lage gewesen, das gesamte Gebiet zu beobachten. Für ein Froschweibchen kam leider jede Hilfe zu spät. Sie wurde überfahren und war voller Laich, der nun auf der Strasse lag (sorry, etwas makaber).
Hab die Eier aufgenommen und im Teich ausgesetzt - nicht wissend, ob eine Befruchtung unter diesen Umständen überhaupt noch möglich ist (also durch ein Frosch-Männchen natürlich).
22 gerettete Tiere am Ende des Einsatzes, hat sich also mehr als gelohnt. Einige davon entdeckte ich, wie schon in den Nächten zuvor, am Aegelseeweg auf dem Weg nach Hause.Manu Walder schrieb mir um 2330 Uhr, dass er nach 2100 Uhr noch 26 Krötenjungs und einen Molch gerettet hat - grossartig, hätte ich nie gedacht - merci!! 
Bis und mit Freitag rechne ich mit keiner Aktivität der Amphibien - die Nächte werden eiskalt. Beobachten wir weiter. 
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Montag, 24. Februar 2020
Am Samstag lies meine Gesundheit den ersten kurzen Ausflug in's Zugsgebiet zu. Und tatsächlich krochen bereits die ersten 4 Krötenjungs Richtung Teich, welchen sie auch sicher erreichten. Sonntag zu windig.
Der warme Montag könnte Bewegung auslösen. Das tat er auch, und wie. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit hüpften plötzlich unerwartet viele die Tiere los - Rene und ich verloren innert kürzester Zeit vier Tiere.
Oje, ganz übler Start. Michelle, Anita und Jacqueline reagierten zum Glück unglaublich rasch auf unseren WU-Alarm - dank ihrer Hilfe verlor kein weiteres Tier sein Leben! 59 Tiere erreichten ihr Ziel unverletzt. 
Auf dem Weg nach Hause traf ich Manuel am Aegelseeweg - zusammen überführten wir weitere 32 Krötenjungs in sichere Gewässer (Biotope) der Umgebung. Merci Manu! Schön gelang es, 91 Tiere zu retten, traurig schafften es nicht alle. Morgen werden wir noch aufmerksamer sein.
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Freitag, 21. Februar 2020
Am Dienstag hat die Gemeinde von Zollikofen den Schutzzaun im Wald entlang der Kirchlindachstrasse aufgestellt - vielen Dank an Tinu Schneider und Team! Die Meldungen über Froschlaich in Tümpeln und Weihern häufen sich. Sowohl in Deutschland wie auch hier in der Schweiz sind die Frösche unterwegs. In der Regel folgen Kröten und Molche kurz darauf - sobald die Wetterbedingungen stimmen. Am Wochenende wird die Temperatur stimmen - ein erster Kontrollgang ist sicher nicht falsch ;-).
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Sonntag, 16. Februar 2020
Schon wieder ein Jahr vorbeigerauscht. Besorgniserregend, dass des Herbstes Nachfolger nun offenbar der Frühling zu sein scheint. Rene und ich checkten heute erstmals das Zuggebiet. Die Baustelle ist gesichert wie letztes Jahr, was mir der Bauleiter der Marti AG bereits letzte Woche bestätigt hat. Um den Aufbau des Schutzzaunes entlang des Waldrandes wird sich die Gemeinde kümmern. Wird keine einfache Aufgabe, denn die beiden Stürme haben ihren Tribut gefordert - Bäume liegen quer am Boden und der Hauptzaun ist mehrfach gebrochen. Der Teich im Wald scheint ok zu sein, im Gegensatz zum Teich bei der EHB. Die Quellwasserzufuhr ist trocken, der Wasserstand u.E. eher tief, aber möglicherweise ist das so gewollt. 
Im EHB-Teich machten wir etwas Laich-ähnliches aus, am Ufer gegenüber entdeckten einen erstarrten Frosch. Der arme Kerl war wohl etwas zu früh unterwegs, mindestens hier bei uns, denn im Süden von Deutschland ist die Wanderung bereits in vollem Gange. Morgen ist es noch relativ warm und regnet, da könnte sich was tun, danach sinken die Temperaturen erneut.